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Natalia Wehler - Atelier

Katas, seit 2018
Installation
variable Gr├Â├če, hier: 240 x 175 cm
Gouache, Tusche und Wasserfarbe auf Holz und Washi,
Monitor mit Performance-Video

Katas I
Performance/Video (in Arbeit)
2017/2018

Foto: B. Janeck

Katas II
Performance/Video
2018

"Katas" ist eine Performance einer Gruppe von Kampfku╠łnstler/innen, die nach Ansage U╠łbungsformen (Katas) zeigen. Auf die wei├čen Ro╠łcke (Hakamas) der U╠łbenden erfolgt eine Projektion von Filmsequenzen. Die projizierten Bilder zeigen Holzschnitte mit Darstellungen verschiedener moderner kriegerischer Auseinandersetzungen und deren Folgen.

Die ├ťbung der Aikido-├ťbenden steht im hohen Kontrast zu den auf ihre Kleidung projizierten Kriegszenen. Trotz des Kontrastes - und der Absicht diesen Kontrast herzustellen - lassen sich daraus keine eindeutigen Ableitungen oder gar Antworten entwickeln. Vielmehr geht es um eine gedanklich-philosophische Auseinandersetzung mit Aspekten aus dem Bereich Kampf, Selbstverteidigung und Krieg.

Aikido wurde entwickelt als eine Kampfkunst, bei der es nicht um die Vernichtung des Gegners geht. Durch jahrelanges Wiederholen ├╝ben Aikido-├ťbende, sich mit ├Ąu├čeren Angriffen und inneren Krisenherden auseinander zu setzen.

Obwohl wir selbst in einer Umgebung leben, in der kein Krieg herrscht, sind wir t├Ąglich von Bildern von kriegerischen Auseinandersetzungen und weltweiten Konflikten konfrontiert. Wie die Projektion auf den Kleidungsst├╝cken der ├ťbenden ist diese ├Ąu├čere Bedrohung auch in vermeintlich friedlicher Zeit pr├Ąsent, sie beeinflusst jedoch unser t├Ągliches Tun nicht ma├čgeblich.

In jedem Krieg wird die Vernichtung des Gegners in Kauf genommen, ebenso ist die gr├Â├čtm├Âgliche Sch├Ądigung und Schw├Ąchung des Kontrahenten nicht nur notwendiges ├ťbel, sondern erkl├Ąrtes Ziel zur Verwirklichung der eigenen Interessen. Moderne Kriegsf├╝hrung verf├╝gt mit Massenvernichtungswaffen ├╝ber Instrumente, mit denen grunds├Ątzlich die ganze Menschheit ausgel├Âscht werden kann. Das vermeintliche Besiegen des Kriegsgegners wird so zum Absurdum. Der Versuch, die eigenen Interessen durch Krieg durchzusetzen, birgt das Risiko der Selbst-Vernichtung und der Vernichtung dessen, weshalb ein Krieg gef├╝hrt wird (Werte, L├Ąnder, Ressourcen). Obwohl sich die gegenseitige Bedrohung h├Ąufig wie eine Spirale in Richtung Ausweglosigkeit aufdreht, wird eine gef├Ąhrliche Eskalation oftmals aus wirtschaftlichen und territorialen Gr├╝nden weiter betrieben.